Hurra,
die Schweizer kommen
Lehreraustausch Kandern - Reinach (Schweiz)
Im Mai diesen Jahres fand ein Lehreraustausch mit der Kanderner Hauptschule und einer Schweizer Realschule in Reinach statt. Die Realschule in der Schweiz ist gleich wie die Hauptschule in Deutschland.
Von unserer Schule gingen Frau Muresan, Frau Wieber, Frau Jakob und Herr Nehrwein, welcher in einer siebten Klasse unterrichtete. Aus Reinach kamen die Herren Ramseier, Thüring und Kämpf.
Das Schweizer Schulsystem ist völlig anders als unseres. Dort haben sie außer Mittwoch jeden Nachmittag Schule. Außerdem hat jede Klasse ihr eigenes Klassenzimmer, welches mit Teppichboden und Möbeln hergerichtet ist. Das Arbeitsmaterial wird von der Schule gestellt, bleibt dann jedoch mit den Büchern in der Schule deponiert.
Jeden Freitagnachmittag (!) werden Klassenarbeiten vom Stoff der vergangenen Woche geschrieben. Es gibt keine Prüfungen und die Noten sind auch anders. Eine sechs ist wie eine eins bei uns, und eine eins wie eine sechs.
Der
Klassenlehrer unterrichtet in allen Fächern außer in ganz
speziellen wie z.B. Religion oder Technik. Die Pausenhalle hat
ca. zehn Sitzecken, wo die Schüler während der Pausen sitzen
können.
Der Sinn des Austausches war es, andere Schulsysteme kennenzulernen, Erfahrungen zu sammeln und auszutauschen.
Da uns die Meinung der Schweizer Lehrer sehr interessierte, haben wir ein paar Fragen an sie gestellt:
In welcher Klasse unterrichten Sie diese Woche?
Thüring: Ich unterrichte die H6 in allen Fächern außer Musik.
Kämpf: Ich mache die Vertretung für Herrn Nehrwein in den Klassen H6, H7a und H7b und habe den gesammten Stundenplan übernommen.
In welcher Klasse unterrichten Sie in der Schweiz?
Thüring: Normalerweise unterrichte ich die 9. Abschlußklassen.
Welches Schulsystem finden sie besser?
Ramseier: Ich persönlich finde das Schweizer System besser, denn eine Klasse das ganze Jahr hindurch zu unterrichten ist für mich interressanter.
Thüring: Das ist auch meine Meinung, mir gefällt unser System auch besser.
Was ist an diesem System so toll?
Ramseier: Die Klassen müssen nicht von einem Zimmer zum anderen wechseln, sondern verbringen den ganzen Tag in einem Zimmer, das dann dementsprechend häuslich eingerichtet wird.
Gibt es große Unterschiede in den beiden Lehrplänen?
Kämpf: Nein, ich denke nicht. Deutsche und "Schwizer" sind am Ende ihrer Schullaufbahn doch auf dem gleichen Niveau.
Würden sie einen solchen Lehreraustausch empfehlen?
Thüring: Ja, sicher. Man lernt die Regeln und Gewohnheiten an der anderen Schule kennen.
Kämpf: So sehe ich das auch. Ich wäre auch daran interresiert, einen längeren Austausch an einer deutschen Schule zu machen, wenn es wieder eine Möglichkeit dafür gäbe.
Vielen Dank für die Zeit, die Sie sich für uns genonnen haben und wir wünschen ihnen weiterhin viel Spaß bei uns an der AMS.

Von links: Herr Thüring, Herr Ramseier, Herr Kämpf
Wir konnten auch Frau Jakobs Meinung dazu hören. Sie erzählte uns folgende Episode.
"Als ich zum ersten Mal in meine Schweizer Klasse kam, stellte ich mich vor und ging die Klassenliste durch. Die Stimmung im Raum war seltsam. Ich habe gleich gefragt, ob etwas nicht in Ordnung sei. Da meldete sich ein Schüler zaghaft und meinte: "Wir sind es nicht gewöhnt, daß Lehrer so laut mit uns reden."
Vanessa, Kathrin, Pamela